Klinkerfugen sanieren:
Warum Schutz danach Pflicht ist
Bröckelnde Fugen reparieren reicht nicht. Ohne Schutz dringt Wasser wieder ein – und die nächste Sanierung steht in wenigen Jahren an. So machen Sie es einmal richtig.
Warum Klinkerfugen kaputt gehen
Fugen sind die Schwachstelle jeder Klinkerfassade. Sie sind weniger dicht als der Stein selbst – und oft der Einstiegspunkt für Wasser.
Frost-Tau-Wechsel
Wasser dringt in den Fugenmörtel ein, gefriert und dehnt sich aus. Das sprengt die Fuge von innen.
Natürliche Alterung
Nach 20–40 Jahren wird der Mörtel spröde. UV-Strahlung, Regen und Temperaturwechsel zermürben das Material.
Falscher Fugenmörtel
Zu harter Mörtel (reiner Zement) kann nicht arbeiten und reißt. Zu weicher Mörtel wäscht aus.
Gebäudebewegungen
Setzungen, thermische Ausdehnung oder Vibrationen verursachen Spannungsrisse in den Fugen.
Gemeinsamer Nenner: Wasserschutz ist Pflicht
Fast alle Fugenschäden werden durch eindringendes Wasser verursacht oder verschlimmert. Deshalb ist Schutz nach der Sanierung keine Option – sondern Pflicht.
Müssen Ihre Klinkerfugen saniert werden?
Nicht jeder Riss bedeutet sofort Handlungsbedarf. Aber diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen:
Mörtel bröselt bei Berührung
Wenn Sie mit dem Finger über die Fuge streichen und Material abbröckelt, ist der Mörtel am Ende seiner Lebensdauer.
Tiefe Risse (> 5 mm)
Oberflächliche Haarrisse sind normal. Aber tiefe Risse, durch die Wasser eindringen kann, müssen saniert werden.
Fugen sind ausgewaschen
Die Fuge liegt deutlich tiefer als die Klinkeroberfläche? Dann hat Regen den Mörtel bereits erodiert.
Fuge löst sich vom Stein
Ein sichtbarer Spalt zwischen Fuge und Klinker ist ein klares Zeichen: Hier dringt Wasser hinter die Fassade.
Feuchte Stellen an der Innenwand
Feuchtigkeit oder Schimmel innen an der Außenwand? Die Ursache liegt oft in defekten Fugen.
Ausblühungen an den Fugen
Weiße Salzablagerungen direkt an den Fugen zeigen: Wasser dringt ein und transportiert Salze nach außen.
Klinkerfugen sanieren: Schritt für Schritt
So erneuern Sie Ihre Klinkerfugen fachgerecht – und schaffen die Grundlage für dauerhaften Schutz.
Alten Fugenmörtel auskratzen
Beschädigten Mörtel mit Fugenkratzer, Meißel oder Fugenfräse auf 15–20 mm Tiefe entfernen. Je tiefer, desto besser die Haftung des neuen Mörtels. Tipp: Fugenfräsen können Sie im Baumarkt leihen.
Fugen reinigen und vornässen
Losen Staub und Mörtelreste mit Bürste oder Druckluft entfernen. Fugen mit Wasser vornässen – aber nicht durchnässen. Der Untergrund sollte mattfeucht sein. Kein Hochdruck!
Neuen Fugenmörtel einbringen
Mörtel nach Herstellerangabe anmischen. Mit Fugenbrett oder Kelle satt in die Fugen drücken – hohlraumfrei! Bei tiefen Fugen in zwei Lagen arbeiten. Profi-Tipp: Trass-Zement-Mörtel reduziert Ausblühungen.
Fugen glätten und nacharbeiten
Sobald der Mörtel leicht angezogen hat (ca. 15–30 Min.), mit Fugeisen die Oberfläche glätten. Überschüssigen Mörtel auf dem Klinker mit feuchtem Schwamm entfernen.
Aushärten lassen
Mindestens 24–48 Stunden zum Abbinden. Bei heißem oder windigem Wetter Fugen leicht feucht halten. Vor der Imprägnierung mindestens 4 Wochen warten – Mörtel muss vollständig durchgehärtet sein.
Imprägnierung auftragen – der Schutzschild
Nach vollständiger Aushärtung (4+ Wochen) die gesamte Fassade mit einer Klinker-Imprägnierung behandeln. Sie schützt sowohl die neuen Fugen als auch den Klinker vor erneutem Wassereintritt. Das ist der entscheidende Schritt!
Fugensanierung ohne Schutz = rausgeworfenes Geld
Die meisten Hausbesitzer machen nach der Fugensanierung einen fatalen Fehler: Sie hören auf, bevor der Job wirklich fertig ist.
Nur sanieren
Neue Fugen ohne Schutz – der Kreislauf beginnt von vorne.
- Neue Fugen sehen erst mal gut aus
- Erster Regen: Wasser dringt wieder ein
- Frost-Tau-Wechsel setzt ein
- Nach 3–7 Jahren: Fugen wieder beschädigt
Sanieren + Imprägnieren
Einmalige Investition, dauerhafter Schutz für Fugen und Klinker.
- Neue Fugen sehen gut aus
- Imprägnierung stoppt Wassereintritt
- Kein Frost-Tau-Schaden möglich
- Fugen halten 15–25+ Jahre
Welcher Fugenmörtel für Klinker?
Der falsche Mörtel ist eine der Hauptursachen für erneute Fugenschäden. Hier die wichtigsten Optionen im Vergleich.
| Mörtelart | Eigenschaften | Ausblühungen | Preis | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Trass-Zement-Mörtel | Flexibel, wasserabweisend, langlebig | Sehr gering | Mittel | Beste Wahl |
| Zement-Mörtel | Hart, starr, günstig | Hoch | Günstig | Bedingt |
| Kalk-Zement-Mörtel | Flexibler als reiner Zement | Mittel | Günstig | Für Altbauten |
| Fertigmörtel (Kartuschen) | Sofort einsatzbereit | Variiert | Teuer | Nur Kleinreparaturen |
Tipps
- Farbton passend zu vorhandenen Fugen wählen – trockener Mörtel ist heller
- Klinker-Fugenbreite: 10–15 mm üblich, für schmale Fugen Feinmörtel nutzen
- Auf „frostsicher" achten – besonders für Sockel und Wetterseiten
Selbst sanieren oder Profi beauftragen?
Fugensanierung ist machbar – aber nicht immer sinnvoll. Hier die ehrliche Einschätzung.
Selbst machen (DIY)
Für einzelne Fugenabschnitte im Sockelbereich mit handwerklicher Erfahrung.
- Einzelne Abschnitte betroffen
- Ebenerdige / niedrige Bereiche
- Handwerkliche Erfahrung vorhanden
- ✗ Nicht bei Gerüstbedarf (> 3 m)
- ✗ Nicht bei gesamter Fassade
- ✗ Nicht bei Denkmalschutz
Fachbetrieb beauftragen
Professionelles Werkzeug, Erfahrung und Gewährleistung inklusive.
- Professionelles Werkzeug (Fräse, Gerüst)
- Erfahrung mit Mörtelwahl & Farbe
- Gewährleistung (2–5 Jahre)
- 100 m² in 2–3 Tagen
- Imprägnierung direkt mitbeauftragbar
Was kostet eine Fugensanierung?
Realistische Kostenübersicht für Ihre Planung – inkl. der empfohlenen Imprägnierung.
| Position | Beschreibung | Kosten |
|---|---|---|
| Fugensanierung DIY | Mörtel, Werkzeug-Leihe, Verbrauchsmaterial | 5–15 €/m² |
| Fugensanierung Fachbetrieb | Auskratzen, neu verfugen, inkl. Material | 25–50 €/m² |
| Gerüst | Miete für ca. 2–4 Wochen | 6–12 €/m² |
| + Imprägnierung empfohlen | Schutz für Fugen UND Klinker – Produkt ansehen | 3–8 €/m² |
Rechenbeispiel: 120 m²
- Fachbetrieb (Ø 35 €/m²): 4.200 €
- Gerüst (Ø 8 €/m²): 960 €
- Imprägnierung (Ø 5 €/m²): 600 €
- Gesamt (komplett geschützt): ca. 5.760 €
Das könnte Sie auch interessieren
Vertiefen Sie Ihr Wissen rund um die Pflege und den Schutz Ihrer Klinkerfassade.

Klinker imprägnieren
Anleitung, Kosten und häufige Fehler vermeiden.
Ratgeber
Ausblühungen entfernen
Weiße Flecken dauerhaft beseitigen und vorbeugen.
Ratgeber
Klinker reinigen
Moos, Algen, Ruß: Methoden, Mittel und Tipps.
Ratgeber
Klinkerriemchen schützen
Schutz für Riemchen innen und außen – gegen Fett, Wasser und Flecken.
RatgeberFAQ: Klinkerfugen sanieren
Wie oft müssen Klinkerfugen erneuert werden?
Ohne Schutz halten Klinkerfugen typischerweise 20–40 Jahre, bevor eine Sanierung nötig wird. Nach einer Sanierung ohne Imprägnierung verkürzt sich dieser Zeitraum oft auf nur 10–15 Jahre. Mit einer Imprägnierung nach der Sanierung können Sie die Lebensdauer auf 25–40+ Jahre verlängern.
Welcher Fugenmörtel ist der beste für Klinker?
Für Klinkerfassaden empfehlen wir Trass-Zement-Mörtel. Er ist flexibler als reiner Zementmörtel, nimmt weniger Wasser auf und reduziert die Gefahr von Ausblühungen erheblich. Für denkmalgeschützte Gebäude oder weiche historische Klinker kann ein Kalk-Zement-Mörtel die bessere Wahl sein.
Kann ich einzelne Fugen ausbessern oder muss ich alles sanieren?
Teilsanierungen sind möglich und sinnvoll, wenn nur einzelne Bereiche betroffen sind (z. B. Sockelbereich, Wetterseite). Achten Sie darauf, den Farbton des neuen Mörtels an den vorhandenen anzupassen. Wenn mehr als 30–40 % der Fugen beschädigt sind, ist eine Komplettsanierung wirtschaftlicher.
Wie lange muss ich nach der Fugensanierung warten, bevor ich imprägniere?
Mindestens 4 Wochen, besser 6–8 Wochen. Der Mörtel muss vollständig durchgehärtet und ausgetrocknet sein. Zu frühes Imprägnieren kann die Aushärtung stören. Prüfen Sie vor dem Auftragen mit einem Feuchtigkeitsmessgerät – der Wert sollte unter 4 % liegen.
Warum reicht Fugensanierung allein nicht aus?
Neuer Fugenmörtel ist genauso porös wie alter – er saugt genauso Wasser auf. Ohne Imprägnierung beginnt der Kreislauf aus Wassereintritt → Frost → Schaden sofort von vorne. Die Imprägnierung stoppt diesen Kreislauf, indem sie verhindert, dass Wasser in die Poren eindringt.
Zu welcher Jahreszeit sollte ich Fugen sanieren?
Idealerweise im Frühling (April–Juni) oder Frühherbst (September–Oktober). Temperaturen mindestens 5 °C, kein Frost in Sicht. Planen Sie nach der Sanierung noch 4–8 Wochen Aushärtung ein, bevor Sie imprägnieren – also rechtzeitig vor dem Winter starten.
Noch Fragen zur Fugensanierung?
Wir beraten Sie gern – kostenlos und unverbindlich.
Fugensanierung abschließen – mit dem richtigen Schutz
Neue Fugen verdienen Schutz. Unsere Klinker-Imprägnierung dringt tief ein und macht Fugen und Klinker wasserabweisend – für Jahrzehnte.
Preis auf Anfrage · Mengenrabatte für Fachbetriebe · Seit über 25 Jahren