Historische Bausubstanz braucht ein anderes Schutzprinzip als moderne Fassaden. Filmbildende Versiegelungen verschließen die Poren und verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen kann. Eine diffusionsoffene Hydrophobierung macht den Stein wasserabweisend, ohne ihn zu versiegeln. Wasser bleibt draußen, Wasserdampf kann weiter entweichen.
Warum Baumarkt-Versiegelungen historische Bausubstanz zerstören
Gut gemeint, aber fatal: Filmbildende Produkte versiegeln die Oberfläche und verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen kann. Das Ergebnis: Frostschäden, Salzausblühungen und Substanzverlust.
- KritischFeuchtigkeitsstau im Mauerwerk
Filmbildende Versiegelungen verschließen die Poren. Feuchtigkeit aus dem Inneren kann nicht mehr verdunsten und staut sich hinter der Oberfläche.
- KritischFrostsprengung und Schalenbildung
Gestaute Feuchtigkeit gefriert im Winter, dehnt sich aus und sprengt die Oberfläche ab. Die sogenannte Schalenbildung zerstört die Originalsubstanz unwiederbringlich.
- MittelSalzausblühungen und Salpeter
Salze im Mauerwerk wandern mit der Feuchtigkeit zur Oberfläche. Unter einer Versiegelung kristallisieren sie direkt unter der Schicht und drücken sie ab.
- OptischOptische Veränderung
Viele Versiegelungen glänzen, dunkeln nach oder verändern die Farbgebung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden führt das zu Auflagen oder Rückbauforderungen.
Schäden durch falsche Behandlung sind oft nicht reparabel, nur noch durch Austausch der Originalsteine zu beheben. Historisches Mauerwerk muss atmen können, das ist das Grundprinzip der Bauphysik und der Denkmalpflege.
Hydrophobierung statt Versiegelung
Unsere Silan/Siloxan-basierte Imprägnierung macht den Stein wasserabweisend, ohne die Poren zu verschließen. Wasser dringt nicht ein, Wasserdampf kann weiter entweichen. So bleibt die Mauer trocken und kann trotzdem atmen.
Die Imprägnierung wirkt auf molekularer Ebene. Wassertropfen sind zu groß, um in die behandelten Poren einzudringen. Wasserdampfmoleküle sind viel kleiner und können weiterhin ungehindert entweichen.
Keine sichtbare Schicht auf der Oberfläche. Die Wirkstoffe ziehen in den Stein ein und binden dort chemisch. Das Erscheinungsbild des Bauwerks bleibt unverändert, kein Glanz, keine Farbveränderung.
Die Wirkung baut sich über Jahre natürlich ab, keine dauerhafte Veränderung des Baustoffs. Bei Bedarf kann einfach nachbehandelt werden. Eine Erneuerung greift nicht in die Substanz ein.
Konservierung vor Restaurierung, unser Ansatz folgt diesem Kernprinzip der internationalen Denkmalpflege: Minimaler Eingriff für maximalen Substanzerhalt. Keine filmbildende Versiegelung, keine dauerhafte Veränderung.
Die Poren bleiben offen: Der Wassertropfen ist größer als die hydrophobierte Pore und dringt nicht ein. Das Wasserdampfmolekül ist deutlich kleiner und kann ungehindert entweichen. So bleibt die Mauer trocken und kann trotzdem atmen. Das ist der Lotos-Effekt für historische Fassaden.
Für welche Baustoffe geeignet?
Unsere diffusionsoffene Hydrophobierung schützt alle mineralischen, saugfähigen Untergründe, von Sandstein über historischen Ziegel bis zu Kalkputz.
Sandstein
Fassaden, Fenstergewände, Sockel, Skulpturen, Treppen, stark saugend und frostgefährdet.
Wichtig: Mürber oder sandender Sandstein muss zuerst mit einem Steinfestiger (KSE) konsolidiert werden.
Historischer Ziegel
Handgestrichene Ziegel, Klinker, Backsteinmauerwerk, oft poröser als moderne Ziegel. Ideal für Fassaden und Industriebauten.
Naturstein
Kalkstein, Muschelkalk, Travertin, Granit, je nach Porosität unterschiedliche Saugfähigkeit. Geeignet für Mauern, Sockel, Treppen.
Kalkputz und Kalkfarbe
Historische Putze, Kalkschlämme, mineralische Anstriche, besonders empfindlich und diffusionsoffen. Typisch für Fachwerk und Kirchen.
Ist der Stein mürbe, sandend oder bröselnd? Dann muss er zuerst mit einem Steinfestiger (KSE/Kieselsäureester) konsolidiert werden, idealerweise durch einen Restaurator oder Steinmetz. Ist der Stein fest, saugt aber Wasser, ist die Imprägnierung der richtige Schritt zum Schutz.
Für welche Gebäude geeignet?
Von der denkmalgeschützten Kirche bis zum privaten Altbau, überall, wo historische Bausubstanz erhalten werden soll.
Holz und Gefache, Feuchteschutz für empfindliche Ausfachungen.
Stuck, Putz, Sandstein-Elemente, typisch für 1870 bis 1914.
Allgemeiner Einstieg für alle Altbaubesitzer vor 1950.
Repräsentative Bauten mit gehobenen Ansprüchen an Werterhalt.
Große Flächen, ländlicher Raum, oft mit Naturstein und Ziegel.
Sie haben ein spezielles Gebäude? Unsere Imprägnierung ist für alle mineralischen, saugfähigen Untergründe geeignet, ob Kirche, Schloss, Industriedenkmal oder private Immobilie.
Weltweit im Einsatz, seit Jahrzehnten bewährt
Unsere Steinimprägnierung schützt seit Jahren anspruchsvollste Bauwerke, mit voller Diffusionsoffenheit und ohne optische Veränderung.
Päpstliche Akademie der Wissenschaften, Vatikan
Seit 2006 im Einsatz. Volle Diffusionsoffenheit erhalten, keine optische Veränderung der historischen Fassade.
Prestige-Referenz für Denkmalverträglichkeit.
Schlosskirche, Saarbrücken
Umfassend geschützt: Treppen, Böden innen und außen. Bewährter Schutz für stark frequentierte historische Flächen.
Auch für begehbare Flächen geeignet.
Anıtkabir, Atatürk-Mausoleum, Ankara
Seit über 14 Jahren bewährt. Zuverlässiger Schutz für eines der bedeutendsten Nationaldenkmäler der Türkei.
Extremes Klima, maximale Beanspruchung.
Langanhaltender Schutz, keine optische Veränderung, volle Diffusionsoffenheit erhalten. Was das Weltkulturerbe schützt, sichert auch den Wert Ihrer Immobilie langfristig.
Häufige Fragen
Q01 Darf ich die Imprägnierung bei einem denkmalgeschützten Gebäude verwenden?
Die Entscheidung liegt bei Ihrer zuständigen Denkmalbehörde. Unsere Imprägnierung erfüllt jedoch die typischen Anforderungen: Sie ist diffusionsoffen, nicht filmbildend, optisch neutral und verwitterungskonform abbauend. Mit unserem Technischen Datenblatt und den Referenzen haben Sie gute Argumente für das Genehmigungsverfahren.
Q02 Kann ich die imprägnierte Fläche später überstreichen?
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Hydrophobierte Oberflächen haben eine reduzierte Haftung für wässrige Anstriche. Kalkfarben und Silikatfarben sollten erst nach einer Wartezeit von mindestens 4 bis 6 Wochen aufgetragen werden. Sprechen Sie das Thema am besten vorher mit Ihrem Malerbetrieb ab.
Q03 Wann brauche ich einen Steinfestiger statt einer Imprägnierung?
Steinfestiger (KSE): Wenn der Stein mürbe ist, sandet oder bröselt, also die Substanz selbst geschwächt ist. Das ist eine Konsolidierung, die von einem Restaurator durchgeführt werden sollte. Imprägnierung: Wenn der Stein fest ist, aber Wasser aufsaugt, also nur vor Feuchtigkeit geschützt werden soll. Im Zweifel: Erst Restaurator hinzuziehen, dann imprägnieren.
Q04 Was bedeutet nicht filmbildend genau?
Es bildet sich keine sichtbare Schicht auf der Oberfläche. Die Wirkstoffe (Silane/Siloxane) ziehen in den Stein ein und binden dort chemisch an die mineralische Struktur. Das Ergebnis: Die Oberfläche sieht exakt so aus wie vorher, kein Glanz, keine Farbveränderung, keine Abdunkelung. Die Poren bleiben offen.
Q05 Wie lange hält die Behandlung?
Die Wirkungsdauer hängt von Faktoren wie Exposition, Bewitterung und Untergrund ab, typischerweise viele Jahre. Unsere Referenzprojekte (Vatikan seit 2006, Anıtkabir seit 2011) zeigen, dass bei geeigneten Bedingungen ein sehr langanhaltender Schutz möglich ist. Die Imprägnierung ist jederzeit erneuerbar, ohne dass alte Schichten entfernt werden müssen.
Q06 Entspricht das Produkt den WTA-Richtlinien?
Unsere Imprägnierung wurde in Anlehnung an die Anforderungen der WTA-Merkblätter entwickelt. Sie erfüllt die dort genannten Kriterien für diffusionsoffene, nicht filmbildende Hydrophobierungen. Eine offizielle WTA-Zertifizierung einzelner Produkte gibt es nicht, die Merkblätter definieren Anforderungen, keine Produktzulassungen.
Q07 Was ist der Unterschied zwischen Hydrophobierung und Versiegelung?
Hydrophobierung: Macht die Oberfläche wasserabweisend, ohne sie zu verschließen. Wasser perlt ab, Wasserdampf kann weiter entweichen. Keine sichtbare Schicht. Versiegelung: Bildet einen geschlossenen Film auf der Oberfläche. Wasser dringt nicht ein, aber Feuchtigkeit aus dem Inneren kann auch nicht mehr entweichen. Genau das führt bei historischer Bausubstanz zu Schäden.
