Glas selbstreinigend machen – so funktioniert es
Wie wird Glas wirklich selbstreinigend? Dieser Ratgeber erklärt die Technik hinter photokatalytischen Nanobeschichtungen – von der Wissenschaft bis zur konkreten Anwendung auf Ihrem Wintergarten, Ihrer Glasfassade oder Solaranlage.
NANO4YOU Glas SR
Photokatalytische Nanoversiegelung mit TiO₂ + SiO₂ – selbstreinigend durch Sonnenlicht.
Zum ProduktWas bedeutet „selbstreinigendes Glas"?
Selbstreinigendes Glas klingt nach Zukunft – ist aber bereits Realität. Der Begriff beschreibt Glasoberflächen, die dank einer speziellen Nanobeschichtung organischen Schmutz aktiv zersetzen und durch Regenwasser abspülen lassen. Das Ergebnis: deutlich weniger Reinigungsaufwand, keine Wasserflecken und dauerhaft klare Sicht.
Der Schlüssel ist die sogenannte Photokatalyse – ein natürlicher Prozess, bei dem Titandioxid (TiO₂) unter UV-Licht chemische Reaktionen auslöst. Industriell wird diese Technologie seit Jahren in Fassadenbeschichtungen eingesetzt. Mit modernen Nanoversiegelungen wie der NANO4YOU Glas SR können Sie das Prinzip jetzt auch nachträglich auf vorhandene Glasflächen auftragen.
Wichtig zu verstehen: „Selbstreinigend" heißt nicht „nie wieder putzen". Die Beschichtung reduziert den Reinigungsaufwand um bis zu 80 %, aber mineralische Ablagerungen (z. B. Kalkspritzer) müssen gelegentlich manuell entfernt werden.
Wie Photokatalyse Glas selbstreinigend macht
Der photokatalytische Selbstreinigungseffekt basiert auf zwei Mechanismen, die zusammenwirken:
1. Aktiver Schmutzabbau
UV-Licht (auch bei bewölktem Himmel vorhanden) trifft auf die TiO₂-Nanopartikel in der Beschichtung. Dabei entstehen sogenannte Radikale – hochreaktive Moleküle, die organische Schmutzpartikel wie Pollen, Ruß, Vogelkot und Algen in harmlose Stoffe (CO₂ und H₂O) zersetzen.
→ Schmutz wird chemisch abgebaut, nicht nur verschoben
2. Hydrophiler Wasserfilm
Die SiO₂-Komponente macht die Oberfläche hydrophil – Wasser bildet keinen Tropfen, sondern einen flachen Film. Dieser Film unterwandert die durch Photokatalyse gelösten Schmutzreste und spült sie rückstandsfrei ab. Kein Abperlen, keine Kalkränder, kein Beschlag.
→ Regen reinigt die Scheibe flächendeckend
Der entscheidende Vorteil gegenüber herkömmlichen hydrophoben Versiegelungen (Lotuseffekt): TiO₂ wird als Katalysator nicht verbraucht – die Wirkung bleibt dauerhaft erhalten. Mehr zum technologischen Vergleich finden Sie auf unserer Vergleichsseite Photokatalyse vs. Lotuseffekt.
Glas selbstreinigend machen – in 4 Schritten
Glasfläche gründlich reinigen
Entfernen Sie zunächst groben Schmutz mit Wasser und einem Schwamm. Anschließend die gesamte Fläche mit einem hochwertigen Glasreiniger (alkoholbasiert, nicht silikonhaltig) reinigen. Hartnäckige Rückstände wie Aufkleber, Harz oder Silikon mit einem Glasschaber entfernen.
Oberfläche entfetten & trocknen
Die Glasoberfläche muss absolut fett-, silikon- und staubfrei sein. Wischen Sie mit einem fusselfreien Mikrofasertuch nach und prüfen Sie das Ergebnis bei Gegenlicht. Eventuell mit Isopropanol (IPA) nachreinigen. Das Glas muss komplett trocken sein, bevor Sie fortfahren.
Nanobeschichtung gleichmäßig auftragen
10–25 ml/m² der Glas SR Versiegelung auf ein weiches Mikrofasertuch geben und in gleichmäßig kreisenden Bewegungen auf das Glas auftragen. Dünn und flächendeckend arbeiten – nicht zu dick auftragen, da dies zu Schlierenbildung führen kann.
Aushärten lassen
Nach ca. 30 Minuten ist die Beschichtung angetrocknet und griffest. Die vollständige Endhärtung dauert 24 Stunden – in dieser Zeit die Oberfläche vor Feuchtigkeit, Regen und mechanischer Belastung schützen. Erst nach der Endhärtung ist die volle photokatalytische Wirkung aktiv.
Profi-Tipp: Arbeiten Sie bei Temperaturen zwischen 10 °C und 30 °C, idealerweise nicht in der prallen Sonne. Direkte Sonneneinstrahlung lässt die Flüssigkeit zu schnell trocknen und kann zu ungleichmäßiger Schichtbildung führen.
Was Sie für die Anwendung brauchen
Materialien
NANO4YOU Glas SR Versiegelung (10–25 ml/m²)
Hochwertiger Glasreiniger (alkoholbasiert, ohne Silikon)
Isopropanol (IPA) zur Feinreinigung (optional)
Destilliertes Wasser zum Nachspülen
Werkzeuge
2–3 weiche Mikrofasertücher (fusselarm)
Glasschaber für hartnäckige Rückstände
Sprühflasche (für großflächige Anwendung)
Nitrilhandschuhe (empfohlen)
5 typische Fehler bei der Glasversiegelung
Silikonhaltige Reiniger verwenden
Silikon hydrophobiert die Oberfläche und blockiert den hydrophilen Wasserfilm-Effekt der Photokatalyse.
Zu dick auftragen
Eine dicke Schicht führt zu Schlieren und verlängert die Trocknungszeit erheblich. Weniger ist mehr – dünn und gleichmäßig arbeiten.
Auf nassem Glas auftragen
Feuchtigkeit verdünnt die Nanobeschichtung und verhindert eine gleichmäßige Haftung auf der Glasoberfläche.
Aushärtung nicht abwarten
Regen oder Reinigung innerhalb der 24-Stunden-Endhärtung wäscht die noch weiche Beschichtung ab.
Bei extremer Hitze arbeiten
Pralle Sonne auf dunklem Glas = über 50 °C Oberflächentemperatur. Die Versiegelung trocknet zu schnell und wird ungleichmäßig.
Wo Sie Glas selbstreinigend machen können
Wintergarten
Glasdach, Seitenverglasung, Anti-Beschlag
Spezialseite →Solaranlagen & PV
Ertragssteigerung, weniger Reinigungskosten
Spezialseite →Glasfassaden
Geschäftsgebäude, Büros, Schaufenster
Pergola & Terrasse
Glasdächer, Überdachungen, Windschutz
Gewächshaus
Maximale Lichtdurchlässigkeit
Plexiglas & Polycarbonat
Acrylglas, Kunststoffscheiben
Haltbarkeit & richtige Pflege
Wie lange hält die Beschichtung?
Da TiO₂ als Katalysator wirkt, wird es im photokatalytischen Prozess nicht verbraucht – ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Beschichtungen, die sich abnutzen.
Die tatsächliche Standzeit hängt von Faktoren wie Neigungswinkel der Glasfläche, mechanischer Beanspruchung (z. B. häufiges manuelles Reinigen) und Umgebungsbedingungen ab.
Pflegetipps
Bei Bedarf nur mit klarem Wasser und weichem Tuch reinigen
Keine aggressiven oder silikonhaltigen Reiniger verwenden
Keine Scheuermittel oder Stahlwolle einsetzen
Kalkflecken mit verdünntem Essig oder Zitronensäure lösen
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Zum Vergleich →Häufige Fragen zum Thema selbstreinigendes Glas
Grundsätzlich ja – die NANO4YOU Glas SR Versiegelung haftet auf allen gängigen Glasarten: Floatglas, Einscheibensicherheitsglas (ESG), Verbundsicherheitsglas (VSG), auch auf beschichtetem Glas und Polycarbonat/Plexiglas. Wichtig ist eine saubere, fett- und silikonfreie Oberfläche vor der Anwendung.
Hydrophobe Beschichtungen (Lotuseffekt) lassen Wasser abperlen – Schmutz wird dabei nur passiv mitgenommen. Hydrophile Beschichtungen wie unsere Glas SR lassen Wasser als flachen Film ablaufen, der den gesamten Schmutz unterwandert und flächendeckend abspült. Der hydrophile Ansatz hinterlässt keine Tropfenränder und verhindert gleichzeitig Beschlag. Den ausführlichen Vergleich finden Sie auf unserer Vergleichsseite.
Der Verbrauch liegt bei 10–25 ml pro Quadratmeter, abhängig von der Glasoberfläche und Auftragsmethode. Für einen durchschnittlichen Wintergarten mit 20 m² Glasfläche benötigen Sie ca. 200–500 ml. Bei größeren Flächen beraten wir Sie gerne individuell – kontaktieren Sie uns für eine genaue Mengenempfehlung.
Ja, auch im Winter ist UV-Strahlung vorhanden – allerdings in geringerer Intensität als im Sommer. Der photokatalytische Schmutzabbau verlangsamt sich bei weniger Sonnenlicht, findet aber weiterhin statt. Der hydrophile Wasserfilm-Effekt und die Anti-Beschlag-Funktion sind dagegen wetterunabhängig und funktionieren ganzjährig.
Ja. Die NANO4YOU Glas SR Versiegelung ist wasserbasiert, enthält keine Lösungsmittel und ist nach der Aushärtung vollständig inert. TiO₂ (Titandioxid) ist ein seit Jahrzehnten in Lebensmitteln, Kosmetik und Baustoffen eingesetzter Stoff. Die ausgehärtete Schicht gibt keinerlei Substanzen an die Umgebung ab.
Die Anwendung ist für ambitionierte Heimwerker ohne Probleme machbar. Entscheidend ist eine sorgfältige Vorreinigung und gleichmäßiges Auftragen. Für sehr große Flächen (ab ca. 50 m²), schwer zugängliche Bereiche oder kommerzielle Anwendungen empfehlen wir professionelle Verarbeitung – wir vermitteln Ihnen gerne einen zertifizierten Partner in Ihrer Region.
Bereit, Ihr Glas selbstreinigend zu machen?
Lassen Sie sich unverbindlich beraten – wir empfehlen die richtige Menge und Anwendung für Ihr Projekt.