Fachwerkhäuser sind Meisterwerke historischer Baukunst, aber ihre Konstruktion macht sie anfällig für Feuchtigkeitsschäden. Das Zusammenspiel von Holz und Ausfachung erfordert besondere Aufmerksamkeit. Der Schlüssel liegt in der diffusionsoffenen Hydrophobierung: Wasser bleibt draußen, Feuchtigkeit kann weiter entweichen. So bleibt das natürliche Gleichgewicht erhalten.
Warum Fachwerk besonders empfindlich ist
Die 4 Schwachstellen am Fachwerk:
- KritischHolz-Gefach-Anschluss
Holz und Putz arbeiten unterschiedlich, es entstehen Risse, durch die Wasser eindringt und das Holz von hinten schädigt.
- KritischSchlagregen auf der Wetterseite
Die West- und Südwestseite ist permanent der Witterung ausgesetzt. Ungeschützte Gefache saugen sich voll wie ein Schwamm.
- KritischSockelbereich ohne Schutz
Die unteren Gefache und Schwellbalken bekommen Spritzwasser ab, die gefährdetste Zone am gesamten Gebäude.
- MittelAlte Putze und Füllungen
Historische Lehm- oder Kalkputze sind hochporös. Ohne Schutz nehmen sie Feuchtigkeit auf und geben sie ans Holz weiter.
Holzfäule und Schwamm, Putzabplatzungen durch Frost, Algenbewuchs und Verfärbungen, Wertverlust. Jedes Fachwerkhaus erzählt eine Geschichte. Mit dem richtigen Schutz erhalten Sie nicht nur die Bausubstanz, sondern auch ein Stück Kulturerbe für kommende Generationen.
Fachwerk sanieren oder schützen, was brauchen Sie?
Die Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber unterschiedliche Maßnahmen:
Sanieren
Fachbetrieb / Restaurator.
- Holzbalken austauschen
- Gefache neu verputzen
- Risse schließen
- Faules Holz ersetzen
Schützen
Selbst machbar.
- Prävention gegen zukünftige Schäden
- Imprägnierung der Gefache
- Wasser perlt ab, keine neuen Schäden
Erst sanieren (falls nötig), dann schützen. Die Imprägnierung ist der letzte Schritt, sie bewahrt das Ergebnis der Sanierung für viele Jahre.
Gefache und Holz denkmalgerecht schützen
Der Schlüssel liegt in der diffusionsoffenen Hydrophobierung. Wasser bleibt draußen, Feuchtigkeit kann weiter entweichen. So bleibt das natürliche Gleichgewicht Ihres Fachwerks erhalten.
Gefache schützen, Putz, Lehm, Ziegel
Die Ausfachungen, ob Lehm, Kalk oder Ziegel, sind hochporös und müssen atmen können. Unsere Steinimprägnierung dringt tief ein und macht die Oberfläche wasserabweisend, ohne die Poren zu verschließen.
Eigenschaften: Wasser perlt ab (Lotos-Effekt), Feuchtigkeit kann weiter austrocknen, optisch 100% neutral, denkmalschutz-konform.
Holzwerk schützen, Balken, Schwellen, Ständer
Das Fachwerk-Holz ist das tragende Skelett Ihres Hauses. Es braucht Schutz vor Feuchtigkeit, aber auch Pflege für das charakteristische Erscheinungsbild. Je nach Zustand und Wunsch gibt es verschiedene Optionen.
Eigenschaften: Lasur oder Öl je nach Optik-Wunsch, diffusionsoffen, Schutz vor UV, Feuchtigkeit, Vergrauung. Bei Schäden Fachmann hinzuziehen.
Dispersionsfarben, Kunstharzputze oder Versiegelungen verschließen die Poren, die Feuchtigkeit staut sich dahinter. Das führt zu Frostschäden, Schimmel und beschleunigtem Holzverfall. Fachwerk muss atmen können.
Profi-Tipp: Anschlüsse prüfen
Achten Sie besonders auf die Übergänge zwischen Holz und Gefach. Kleine Risse können mit geeignetem Fugenmaterial (z.B. Lehmfugenmörtel) geschlossen werden, bevor Sie imprägnieren. So verhindern Sie, dass Wasser von hinten ans Holz gelangt.
Sind Risse im Putz, lose Stellen oder Schäden am Holz-Gefach-Anschluss vorhanden? Diese müssen zuerst fachgerecht repariert werden. Eine Imprägnierung schützt intakte Flächen, sie repariert keine Schäden.
Spätsommer bei warmem, trockenem Wetter, mindestens 2 bis 3 regenfreie Tage abwarten.
Bei Lehm/Kalk ca. 300 bis 500 ml pro m2. Nass-in-nass arbeiten, bis das Material gesättigt ist.
Bei sehr saugfähigen Lehmputzen oder stark beanspruchten Wetterseiten: Erst Primer, dann Hauptimprägnierung als zweite Schicht.
Anleitung Schritt für Schritt
- 01
Oberfläche reinigen
Entfernen Sie Moos, Algen, Schmutz und lose Partikel mit einer weichen Bürste. Bei starkem Bewuchs schonend mit Niederdruckreiniger vorarbeiten und gut trocknen lassen. Kein Hochdruckreiniger auf historischem Putz.
- 02
Trocknung abwarten
Die Gefache müssen vollständig trocken sein, Restfeuchte verhindert das Eindringen der Imprägnierung. Mindestens 2 bis 3 regenfreie Tage abwarten.
- 03
Imprägnierung auftragen
Tragen Sie die Steinimprägnierung mit Pinsel oder Druckspritze satt auf die Gefache auf. Arbeiten Sie nass-in-nass, bis das Material gesättigt ist. Das Holzwerk dabei aussparen oder separat mit Holzschutz behandeln. Verbrauch bei Lehm/Kalk: ca. 300 bis 500 ml pro m2.
- 04
Aushärten lassen
Die volle Wirkung entfaltet sich nach 24 bis 48 Stunden. In dieser Zeit vor Regen schützen. Danach perlt Wasser dauerhaft ab, Ihre Gefache sind geschützt. Ergebnis: Lotos-Effekt, volle Atmungsaktivität.
Häufige Fragen
Q01 Kann ich Lehmgefache imprägnieren?
Ja, sogar besonders gut. Unsere Steinimprägnierung ist speziell für poröse, mineralische Untergründe entwickelt, dazu gehören Lehmputze ebenso wie Kalkputze oder Ziegelausfachungen. Die Imprägnierung dringt tief ein und erhält die volle Atmungsaktivität des Lehms.
Q02 Verändert die Imprägnierung das Aussehen meines Fachwerks?
Nein. Unsere Imprägnierung ist optisch völlig neutral, kein Glanz, keine Farbveränderung, keine Abdunkelung. Der historische Charakter Ihres Fachwerks bleibt zu 100% erhalten. Das ist besonders wichtig für denkmalgeschützte Gebäude.
Q03 Ist die Imprägnierung denkmalschutz-konform?
Ja. Da unsere Imprägnierung diffusionsoffen ist, das Erscheinungsbild nicht verändert und keine filmbildenden Schichten hinterlässt, wird sie von Denkmalschutzbehörden in der Regel genehmigt. Wir empfehlen dennoch, bei eingetragenen Denkmälern vorab Rücksprache mit der zuständigen Behörde zu halten.
Q04 Wie lange hält der Schutz am Fachwerk?
Die Wirkungsdauer hängt von der Exposition ab. Auf der geschützten Ostseite hält die Imprägnierung oft 10 oder mehr Jahre, auf der stark bewitterten Wetterseite (West/Südwest) sollten Sie nach 5 bis 8 Jahren prüfen. Der Schutz baut verwitterungskonform ab und kann jederzeit aufgefrischt werden.
Q05 Was mache ich bei Rissen zwischen Holz und Gefach?
Erst reparieren, dann imprägnieren. Risse am Holz-Gefach-Anschluss sind die häufigste Schadensursache. Sie sollten mit geeignetem Fugenmaterial (z.B. Lehmfugenmörtel) geschlossen werden, bevor Sie imprägnieren. Bei größeren Schäden empfehlen wir, einen auf Fachwerk spezialisierten Handwerker oder Restaurator hinzuzuziehen.
