Eine verschmutzte Fassade ist nicht nur ein optisches Problem, dauerhafte Feuchtigkeit und Bewuchs greifen die Bausubstanz an. In diesem Ratgeber: welche Verschmutzungen es gibt, welcher Reiniger zu welcher passt, wann Hochdruck erlaubt ist und wann nicht, eine Anleitung in 5 Schritten und wie Sie die saubere Fassade dauerhaft schützen.
Was verschmutzt eine Fassade?
Je nach Lage, Wetterseite und Untergrund sammelt sich Unterschiedliches an, und jede Verschmutzung braucht eine andere Behandlung:
- KritischGrünbelag, Algen, Moos, Flechten
Die häufigste Fassadenverschmutzung, vor allem an Nord- und Schattenseiten und in feuchter Lage. Hält Nässe im Mauerwerk.
- MittelStaub, Schmutz, Luftverschmutzung
Ein grauer Schleier aus Feinstaub und Witterungsschmutz, der die Fassade stumpf und ungepflegt wirken lässt.
- MittelRuß und Abgase
An stark befahrenen Straßen und nahe Industrie legt sich ein fettig-rußiger Film ab, den Wasser allein nicht löst.
- MineralischAusblühungen, Salpeter, Zementschleier
Weiße, kristalline Ablagerungen. Anderer Mechanismus als organischer Schmutz, brauchen eine eigene Behandlung.
Der häufigste Fehler ist das falsche Mittel. Organischer Bewuchs (grün) braucht etwas anderes als mineralische Ausblühungen (weiß) oder ein fettiger Rußfilm. Die Tabelle im nächsten Abschnitt ordnet es zu.
Welcher Reiniger für welche Verschmutzung?
Ein einziger „Fassadenreiniger" für alles gibt es nicht. Entscheidend ist die Art der Verschmutzung:
| Verschmutzung | Empfohlenes Mittel | Hinweis |
|---|---|---|
| Grünbelag, Algen, Moos, Flechten | Grünbelagentferner | Auftragen, wirken lassen, der Belag verschwindet nach und nach von selbst, oft ohne Schrubben. |
| Öl, Ruß, Fett, organischer Schmutz | Biologischer Intensivreiniger (Yeast Beast) | Löst fettige und ölige Filme materialschonend, biologisch abbaubar. |
| Allgemeiner Staub- und Schmutzfilm | Wasser, weiche Bürste, milder Reiniger | Sanft arbeiten, kein aggressives Mittel nötig. |
| Ausblühungen, Salpeter, Zementschleier | Saurer Spezialreiniger | Nicht mit alkalischen Reinigern, siehe unseren Ratgeber Klinker-Ausblühungen. |
Testen Sie das Mittel zuerst an einer kleinen, unauffälligen Stelle, besonders bei empfindlichen oder gestrichenen Fassaden.
Hochdruck oder schonend reinigen?
Hochdruck ist verlockend, aber nicht jede Fassade verträgt ihn. Die Faustregel richtet sich nach dem Untergrund:
Robuste Untergründe: Hochdruck mit Augenmaß
Klinker, Verblender und dichter Beton sind weitgehend hochdruckverträglich. Trotzdem mit Abstand, flachem Winkel und nicht auf die Fugen zielen, sonst spült es den Fugenmörtel aus.
Empfindliche Untergründe: lieber schonend
Putz, WDVS-Dämmfassaden, Anstriche und alter, weicher Fugenmörtel nehmen bei Hochdruck schnell Schaden. Hier mit Niederdruck, weicher Bürste und Reiniger arbeiten.
Grünbelag: oft ganz ohne Druck
Ein guter Grünbelagentferner arbeitet biologisch nach. Auftragen, einwirken lassen, der Belag löst sich über Tage von selbst, ganz ohne Hochdruck und Kraftaufwand.
Wer die Fassade mit zu viel Druck oder zu scharfen Mitteln bearbeitet, beschädigt Oberfläche und Fugen und schafft neue Angriffsflächen für Schmutz. Sanft und mit dem richtigen Mittel hält länger.
Nach der Reinigung: Fassade schützen
Eine frisch gereinigte Fassade ist der ideale Moment für den dauerhaften Schutz. Eine Imprägnierung macht die Oberfläche wasserabweisend, ohne sie zu verschließen:
- ✓Weniger Neubewuchs
- ✓Wasser perlt ab
- ✓Diffusionsoffen, die Wand atmet
- ✓Frostschäden vorgebeugt
Ohne Schutz siedelt sich Grünbelag auf der saugenden Fassade schnell wieder an. Eine Imprägnierung direkt nach der Reinigung verlängert das saubere Ergebnis deutlich. Mehr dazu auf unseren Seiten zur Fassaden- und Klinker-Imprägnierung.
Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden
Damit die Reinigung die Fassade nicht beschädigt:
- KritischHochdruck auf Putz oder WDVS
Der Strahl schlägt Putz ab und drückt Wasser in die Dämmung. Empfindliche Fassaden immer schonend reinigen.
- MittelFalsches Mittel
Säure löst keinen Grünbelag, ein Grünbelagentferner keinen Zementschleier. Erst Verschmutzung bestimmen.
- MittelIn der prallen Sonne arbeiten
Der Reiniger trocknet zu schnell an und wirkt nicht richtig. Lieber bei bedecktem Himmel reinigen.
- OptischOhne Probefläche loslegen
Gerade bei gestrichenen oder empfindlichen Fassaden vorab an verdeckter Stelle testen.
- MittelNicht imprägnieren
Wer nach der Reinigung nicht schützt, hat den Grünbelag oft im nächsten feuchten Jahr zurück.
Anleitung Schritt für Schritt
- 01
Verschmutzung bestimmen und Mittel wählen
Grün (Algen, Moos), grau (Staub), schwarz-fettig (Ruß) oder weiß (Ausblühungen)? Danach richtet sich das Reinigungsmittel. Im Zweifel an einer kleinen Stelle testen.
- 02
Trocken vorbereiten
Lose Teile, Spinnweben und groben Schmutz trocken abkehren. Pflanzen, Fenster und empfindliche Anschlüsse abdecken oder vorab wässern.
- 03
Reiniger auftragen und einwirken lassen
Den passenden Reiniger gleichmäßig von unten nach oben auftragen, das verhindert Schlieren. Einwirkzeit beachten. Bei Grünbelagentferner wirkt das Mittel über Tage biologisch nach.
- 04
Material-gerecht nacharbeiten
Bei robusten Untergründen (Klinker, Beton) bei Bedarf mit Niederdruck oder weicher Bürste nachhelfen, nicht auf die Fugen zielen. Bei Putz und WDVS nur sanft mit Bürste und Wasser.
- 05
Trocknen lassen und imprägnieren
Fassade vollständig trocknen lassen. Anschließend ist der ideale Zeitpunkt für eine Imprägnierung, die die saubere Oberfläche wasserabweisend macht und Neubewuchs vorbeugt.
Häufige Fragen
Q01 Womit reinigt man eine Fassade am besten?
Das hängt von der Verschmutzung ab. Gegen Grünbelag, Algen und Moos hilft ein Grünbelagentferner, der biologisch nacharbeitet und oft ohne Schrubben auskommt. Fettige oder ölige Filme und Ruß löst ein biologischer Intensivreiniger. Ausblühungen und Zementschleier brauchen einen sauren Spezialreiniger. Wichtig ist immer, die Methode dem Untergrund anzupassen.
Q02 Kann ich die Fassade ohne Hochdruckreiniger reinigen?
Ja, und bei empfindlichen Fassaden ist das sogar besser. Ein guter Grünbelagentferner arbeitet biologisch nach: auftragen, einwirken lassen, der Belag verschwindet über Tage von selbst, ganz ohne Hochdruck. Putz- und Dämmfassaden sollten ohnehin nicht mit Hochdruck gereinigt werden.
Q03 Helfen Hausmittel zum Fassade reinigen?
Bei leichtem Staub kann Wasser mit einer weichen Bürste genügen. Gegen hartnäckigen Grünbelag, Ruß oder Ausblühungen stoßen Hausmittel aber schnell an Grenzen oder schaden sogar (Essig und Säuren können Fugen und Putz angreifen). Für ein dauerhaftes Ergebnis sind abgestimmte Reiniger die sichere Wahl.
Q04 Wie oft sollte man die Fassade reinigen?
Je nach Lage alle paar Jahre. An feuchten, schattigen Nordseiten kommt Grünbelag schneller zurück als an sonnigen Südseiten. Eine Imprägnierung nach der Reinigung verlängert den Abstand zwischen zwei Reinigungen deutlich.
Q05 Was kostet eine Fassadenreinigung, lohnt sich Selbermachen?
Eine Fachfirma berechnet je nach Fläche, Höhe und Verschmutzung unterschiedlich viel. Gut erreichbare Fassaden im Erdgeschossbereich lassen sich mit dem richtigen Mittel kostengünstig selbst reinigen. Bei großen oder hohen Flächen ist aus Sicherheitsgründen (Gerüst, Höhe) eine Fachfirma sinnvoll.
Q06 Muss ich die Fassade nach der Reinigung imprägnieren?
Pflicht ist es nicht, aber sehr empfehlenswert. Auf einer saugenden, ungeschützten Fassade siedelt sich Grünbelag schnell wieder an. Eine diffusionsoffene Imprägnierung lässt Wasser abperlen, hält die Wand trocken und verzögert den Neubewuchs deutlich.
