Nanotechnologie ist keine Magie und kein Marketing. Sie ist messbare Chemie auf einer Skala, auf der die Eigenschaften von Materialien gezielt verändert werden können. In diesem Artikel: was „Nano" wirklich bedeutet, wie der Lotos-Effekt funktioniert, welche Wirkstoffe wir einsetzen, und warum eine nano-strukturierte Oberfläche länger hält als jede Wachs- oder Silikon-Beschichtung.
Was ist Nanotechnologie?
Der Begriff „Nano" steht für den milliardsten Teil einer Einheit. Auf dieser winzigen Skala können 5 bis 10 Atome nebeneinander Platz finden. Materialien verhalten sich auf Nano-Ebene anders als im sichtbaren Bereich, eine Eigenschaft, die wir technisch nutzen.
Statt eines geschlossenen Schutzfilms entsteht eine strukturierte Oberfläche: winzige Erhebungen, die Wasser- und Schmutztropfen physikalisch daran hindern, sich an die Oberfläche zu binden. Tropfen rollen ab und nehmen Schmutz mit.
1 Nanometer = 0,000.000.001 Meter. Ein menschliches Haar ist etwa 80.000 Nanometer dick. Unsere Nano-Strukturen sind so klein, dass sie für das menschliche Auge vollständig unsichtbar bleiben.
Der Lotos-Effekt, der Bauplan der Natur
Die Blätter der Lotos-Pflanze sind selbstreinigend. Wasser perlt ab, Schmutz wird beim Abrollen mitgenommen. Unter dem Elektronenmikroskop zeigt sich der Grund: winzige, wachsbeschichtete Erhebungen verhindern, dass Wassertropfen eine glatte Auflagefläche finden.
Wir reproduzieren dieses Prinzip mit synthetischen Nano-Strukturen aus Silan- und Siloxan-Verbindungen. Das Ergebnis: dauerhaft hydrophobe Oberflächen ohne mechanisch abreibbaren Schutzfilm.
- Mikro-Erhebungen
Verhindern Auflagefläche für Wassertropfen.
- Chemische Bindung
Statt mechanischer Auflage gehen unsere Wirkstoffe eine kovalente Bindung mit dem Untergrund ein.
- Diffusionsoffen
Wasserdampf entweicht weiter, keine eingeschlossene Feuchte.
- Unsichtbar
Optik des Materials bleibt vollständig erhalten.
Wirkstoffe, was wirklich drin ist
Unterschiedliche Anwendungen brauchen unterschiedliche Wirkstoffe. Eine Übersicht:
Silan / Siloxan (Beton, Klinker, Naturstein)
Reagieren mit OH-Gruppen der mineralischen Oberfläche, bilden eine chemisch gebundene Schicht in der Pore. Hydrophob, diffusionsoffen, langlebig.
Ortho-Silikat / SiO₂ (Glas, Keramik)
Verbindet sich mit dem Glas-Substrat und bildet eine glatte Schutzschicht. Macht Glas leichter zu reinigen, reduziert Kalkanhaftung.
Photokatalyse (selbstreinigendes Glas)
TiO₂-basierte Beschichtung, die unter UV-Licht organische Verschmutzungen zersetzt. Ideal für Außenflächen mit Sonneneinstrahlung.
Polymer-Dispersion (Textil)
PFAS-freie Imprägnierung, die jede Faser einzeln ummantelt. Atmungsaktiv, hautverträglich, ohne Lösemittel.
Anwendung in fünf Materialwelten
Nicht jede Nano-Beschichtung passt zu jeder Oberfläche. Unsere Produktfamilie deckt fünf große Bereiche ab:
- Bauwerke (Beton, Klinker)
Hydrophobierung gegen Wasser, Frost, Tausalz und Algen, 10 bis 15 Jahre.
- Naturstein (Granit, Marmor)
Schutz gegen Wein-, Öl- und Säureflecken in Küche, Bad, Terrasse.
- Glas (Dusche, Wintergarten, Auto)
Leichter zu reinigen, weniger Kalk, bessere Sicht bei Regen.
- Textil (Polster, Markisen, Schuhe)
Wasserabweisend, atmungsaktiv, PFAS-frei.
- Spezial (Anti-Graffiti, Antihaft)
Permanente Beschichtungen für extreme Anwendungen.
Warum Nano länger hält als Wachs oder Silikon
Klassische Schutzmittel wie Wachs, Lack oder Silikon liegen mechanisch auf der Oberfläche. Sie werden abgerieben, verwittern unter UV-Strahlung oder lassen sich mit Reinigungsmitteln ablösen.
Unsere Nano-Beschichtungen gehen eine chemische Bindung mit dem Untergrund ein. Sie sind nicht „aufgetragen", sondern ein integraler Bestandteil der Oberfläche geworden. Mechanischer Abrieb spielt fast keine Rolle, UV-Strahlung kann der chemischen Bindung nichts anhaben.
Klassische Beschichtungen
- Mechanisch auf der Oberfläche
- Werden abgerieben
- UV-empfindlich
- Halten 1 bis 3 Jahre
- Können Atmungsaktivität blockieren
Nano-Beschichtung
- Chemisch in die Pore gebunden
- Kein mechanischer Abrieb
- UV-stabil
- 5 bis 15 Jahre Wirkung
- Diffusionsoffen
Häufige Fragen
Q01 Sind Nano-Beschichtungen gesundheitlich unbedenklich?
Ja. Nach dem Aushärten ist die Schicht chemisch fest gebunden, es werden keine freien Nano-Strukturen mehr freigesetzt. Während der Verarbeitung bitte normale Sicherheitsregeln (Handschuhe, gut belüftet) beachten, Details im SDB.
Q02 Verändert die Beschichtung die Optik?
Nein. Unsere Beschichtungen sind nach dem Trocknen unsichtbar. Weder Farbe noch Glanz noch Struktur verändern sich.
Q03 Was ist der Unterschied zu Versiegelung?
Imprägnierung wirkt in der Pore und bleibt diffusionsoffen. Versiegelung bildet eine geschlossene Schicht auf der Oberfläche und ist sichtbar. Wir empfehlen je nach Untergrund.
Q04 Sind Nano-Beschichtungen biologisch abbaubar?
Silan-/Siloxan-Verbindungen bauen sich nach dem Aushärten kaum noch ab, sie sind chemisch sehr stabil. Die Wirkstoffe selbst sind aber wasserbasiert und ohne kritische Lösemittel.
Q05 Funktioniert eine Beschichtung auch auf alten Oberflächen?
Ja, sofern die Oberfläche tragfähig, sauber und trocken ist. Bei stark verwitterten Untergründen empfiehlt sich eine Vorreinigung und ggf. ein Probestreifen.
Q06 Wo werden die Produkte hergestellt?
Komplett in Bexbach, Saarland. Eigene Rezeptur-Entwicklung, eigene Abfüllung, eigenes Labor. Made in Germany.
