Zäune, Terrassenunterkonstruktionen, Spielgeräte und Carports bestehen oft aus kesseldruckimprägniertem Holz, kurz KDI. Es gilt als besonders witterungs- und fäulnisbeständig. Aber was bedeutet das genau, woran erkennt man es, und kann man es streichen oder nachbehandeln? Dieser Ratgeber klärt die wichtigsten Fragen.
Was ist kesseldruckimprägniertes Holz?
Kesseldruckimprägnierung ist ein industrielles Verfahren: Das Holz, meist saugfähiges Nadelholz wie Kiefer oder Fichte, wird in einem geschlossenen Druckkessel mit einem Schutzmittel getränkt. Unter Vakuum und Druck dringt das Mittel tief in die Holzzellen ein, deutlich tiefer als bei einem Anstrich von Hand.
- Schutz von innen
Die Schutzsalze wirken im Holzinneren gegen holzzerstörende Pilze und Insekten.
- Für Erd- und Wetterkontakt
Gedacht für stark beanspruchtes Konstruktionsholz im Außenbereich, teils mit Erdkontakt.
- Lange Lebensdauer
Deutlich widerstandsfähiger gegen Fäulnis als unbehandeltes Nadelholz.
Woran erkennt man KDI-Holz?
Farbton
Frisch oft grünlich oder bräunlich gefärbt, je nach verwendetem Schutzmittel. Mit der Zeit vergraut auch KDI-Holz.
Einstiche
Häufig erkennbar an feinen Nadeleinstichen (Fixierschnitte), die das Eindringen des Mittels verbessern.
Kennzeichnung
Im Handel über Gebrauchsklassen ausgewiesen. Beim Händler oder auf dem Etikett erfragen, mit welcher Klasse das Holz behandelt ist.
Kann man KDI-Holz streichen und nachbehandeln?
Ja, aber mit etwas Geduld. Frisch imprägniertes Holz ist oft noch feucht und enthält Restmittel an der Oberfläche.
- Erst auswittern lassen
Neues KDI-Holz mehrere Wochen bis Monate trocknen und auswittern lassen, bis die Holzfeuchte ausreichend gesunken ist.
- Diffusionsoffen bleiben
Nur atmungsaktive Produkte verwenden. Ein dichter, filmbildender Lack würde die im Holz verbleibende Feuchtigkeit einschließen.
- Vorher testen
An einer unauffälligen Stelle prüfen, ob das gewählte Produkt aufzieht und haftet.
Die Kesseldruckimprägnierung schützt das Holz von innen gegen Pilz und Insekten. Die Oberfläche vergraut aber trotzdem und nimmt weiter Wasser auf. Eine diffusionsoffene Holz-Imprägnierung macht die Oberfläche zusätzlich wasserabweisend und reduziert Grauschleier, ohne die Atmungsaktivität einzuschränken.
Worauf Sie achten sollten
Nicht verbrennen
Reste und Verschnitt von KDI-Holz gehören nicht in den Kamin oder das Lagerfeuer, sondern fachgerecht entsorgt.
Beim Zuschnitt schützen
Beim Sägen Staubschutz tragen. Schnittflächen sind unbehandelt und die schwächste Stelle, hier lohnt zusätzlicher Oberflächenschutz besonders.
Nicht für Innenräume und Lebensmittel
KDI-Holz ist für den Außenbereich gedacht, nicht für Wohnräume oder direkten Lebensmittelkontakt (zum Beispiel die Erde im Hochbeet ohne Folie).
Häufige Fragen
Q01 Was bedeutet kesseldruckimprägniert?
Das Holz wurde in einem geschlossenen Druckkessel unter Vakuum und Druck mit einem Schutzmittel getränkt, das tief in die Holzzellen eindringt und von innen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten schützt. Verwendet wird meist saugfähiges Nadelholz für den Außenbereich.
Q02 Kann man kesseldruckimprägniertes Holz streichen?
Ja, aber erst nach ausreichendem Auswittern und Trocknen, oft mehrere Wochen bis Monate. Verwenden Sie diffusionsoffene Produkte, kein dichter, filmbildender Lack, sonst wird Restfeuchte eingeschlossen. Vorher an unauffälliger Stelle testen.
Q03 Muss ich KDI-Holz zusätzlich behandeln?
Zwingend nötig ist es nicht, da der Schutz von innen wirkt. Sinnvoll kann es trotzdem sein: Die Oberfläche vergraut und nimmt weiter Wasser auf. Eine diffusionsoffene Imprägnierung macht die Oberfläche wasserabweisend und reduziert Grauschleier, ohne die Atmungsaktivität zu beeinträchtigen.
Q04 Wie lange hält kesseldruckimprägniertes Holz?
Je nach Gebrauchsklasse, Beanspruchung und Erdkontakt viele Jahre, deutlich länger als unbehandeltes Nadelholz. Die genaue Haltbarkeit hängt von der Behandlungsklasse und dem Einsatzort ab, fragen Sie im Zweifel beim Händler nach.
