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Terrasse· 9 Min Lesezeit· Schwierigkeit: Einfach

Terrassenplatten imprägnieren

Verlegte Terrassenplatten aus Beton, Naturstein oder Feinsteinzeug saugen Wasser über Oberfläche und Fugen auf. Eine Imprägnierung schützt vor Frostschäden, Flecken, Ausblühungen und Grünbelag, ohne die Platten zu versiegeln oder rutschig zu machen.

Terrassenplatten sind das ganze Jahr Wind und Wetter ausgesetzt. Saugfähige Platten nehmen Feuchtigkeit auf, die im Winter gefriert und die Oberfläche absprengt. Dazu kommen Flecken von Laub, Öl und Rotwein, weiße Ausblühungen und Grünbelag in den Fugen. Eine Imprägnierung dringt in den Stein ein und macht ihn wasser- und schmutzabweisend, ohne einen Film zu bilden. In diesem Ratgeber: warum sich Imprägnieren lohnt, welches Material welchen Schutz braucht, der Unterschied zu einer Versiegelung, eine 5-Schritte-Anleitung und die häufigsten Fragen.

01 · Kapitel

Warum Terrassenplatten imprägnieren?

Verlegte Platten nehmen Wasser nicht nur über die Oberfläche auf, sondern auch über die Fugen und die Plattenkanten. Daraus entstehen vier typische Probleme:

  • KritischFrostabplatzungen

    Eingedrungenes Wasser gefriert im Winter, dehnt sich aus und sprengt die Oberfläche ab. Besonders Beton- und Sandsteinplatten leiden.

  • MittelAusblühungen

    Feuchtigkeit transportiert Salze an die Oberfläche, die als weiße Schleier zurückbleiben. Häufig bei Beton- und Betonwerkstein-Platten.

  • MittelGrünbelag und Moos

    Feuchte, poröse Platten und Fugen sind ein idealer Nährboden für Algen und Moos. Die Fläche wird rutschig.

  • MittelFlecken

    Laub, Öl, Fett und Rotwein ziehen in saugfähige Platten ein und hinterlassen dauerhafte Ränder.

Imprägnieren statt versiegeln

Eine Imprägnierung dringt in die Platte ein und lässt sie atmungsaktiv. Restfeuchte kann entweichen, von außen perlt Wasser ab. Das ist im Außenbereich der entscheidende Vorteil gegenüber einer filmbildenden Versiegelung.

02 · Kapitel

Welches Plattenmaterial braucht welchen Schutz?

Nicht jede Platte ist gleich saugfähig. Machen Sie vorab den Wassertropfen-Test: Zieht das Wasser ein und die Platte wird dunkel, ist sie saugfähig und profitiert von einer Imprägnierung.

Beton- und Betonwerksteinplatten

Stark saugfähig, neigen zu Ausblühungen und Frostabplatzungen. Eine Imprägnierung ist hier besonders wirkungsvoll.

Naturstein (Sandstein, Granit, Travertin)

Sandstein und Travertin saugen stark, Granit weniger. Alle profitieren von einer Imprägnierung mit zusätzlichem Öl- und Fleckenschutz.

Feinsteinzeug, unglasiert

Gering saugend, aber die offenen Poren nehmen Schmutz an. Eine Imprägnierung erleichtert die Reinigung spürbar.

Feinsteinzeug, glasiert

Praktisch nicht saugend, eine Flächen-Imprägnierung bringt hier wenig. Sinnvoll ist die Behandlung der saugfähigen Fugen.

Die Fugen nicht vergessen

Selbst bei dichten Platten sind die Fugen oft saugfähig. Über sie dringt der Großteil des Wassers ein. Wer die Fugen mit imprägniert, reduziert Frostschäden und Grünbelag deutlich.

03 · Kapitel

Was die Imprägnierung bewirkt

Die wässrige Imprägnierung auf Silan/Siloxan-Basis dringt in die Poren ein und kleidet sie wasserabweisend aus. Der Effekt:

Wasser perlt ab

Regen und Pfützen ziehen nicht mehr ein. Die Wasseraufnahme sinkt deutlich, das senkt das Risiko von Frostschäden und Ausblühungen.

Öl- und Fleckenschutz

Auf Naturstein wirkt die Imprägnierung zusätzlich ölabweisend. Wein, Öl und Fett perlen ab und lassen sich abwischen, statt einzuziehen.

Diffusionsoffen und rutschfest

Die Platte bleibt atmungsaktiv und es entsteht kein glatter Film. Die Trittsicherheit bleibt erhalten, anders als bei einer filmbildenden Versiegelung.

Weniger Grünbelag

Trockenere Oberflächen und Fugen bieten Algen und Moos weniger Nährboden. Die Fläche bleibt länger sauber und muss seltener gereinigt werden.

04 · Kapitel

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Damit das Ergebnis hält, achten Sie auf diese Stolperfallen:

Auf feuchte Platten auftragen

Die Imprägnierung dringt nur in trockenen Stein ein. Nach Regen oder Reinigung mindestens 24 bis 48 Stunden trocknen lassen.

Glasierte Platten flächig behandeln

Auf glasiertem Feinsteinzeug findet der Wirkstoff keine Poren. Hier nur die Fugen behandeln, sonst bleibt Material ungenutzt auf der Oberfläche.

Grünbelag nicht vorher entfernen

Wird über Algen und Moos imprägniert, schließt man den Bewuchs ein. Erst gründlich reinigen, dann trocknen, dann imprägnieren.

Bei falscher Witterung arbeiten

Ideal sind 10 bis 25 Grad, kein Regen für 24 Stunden und keine pralle Sonne. Bei Frost oder Hitze gelingt die Imprägnierung nicht.

Anleitung Schritt für Schritt

  1. 01

    Untergrund prüfen

    ~10 Min

    Machen Sie den Wassertropfen-Test. Zieht Wasser ein, ist die Platte saugfähig und geeignet. Prüfen Sie lose Platten und ausgewaschene Fugen, diese vorab reparieren.

  2. 02

    Gründlich reinigen

    ~1 Std

    Entfernen Sie Schmutz, Laub, Öl und vor allem Grünbelag. Algen und Moos mit einem Grünbelagentferner behandeln, nicht nur oberflächlich abkehren.

    Pro-Tipp

    Bei Grünbelag den Grünbelagentferner aufsprühen und einwirken lassen, nicht sofort abspülen. Bei Öl und Fett mit Yeast Beast arbeiten.

  3. 03

    Vollständig trocknen lassen

    24 bis 48 Std

    Die Platten und besonders die Fugen müssen komplett durchgetrocknet sein. Restfeuchte verhindert, dass der Wirkstoff tief eindringt.

  4. 04

    Imprägnierung satt auftragen

    ~45 Min

    Mit Drucksprüher, Rolle oder Pinsel gleichmäßig auftragen, von oben nach unten, nass-in-nass bis die Platte nichts mehr aufnimmt. Fugen mitbehandeln. Überschuss nach kurzer Einwirkzeit abnehmen.

  5. 05

    Aushärten lassen

    24 bis 48 Std

    Vor Regen schützen. Der Abperleffekt zeigt sich sofort, die volle Wirkung nach 24 bis 48 Stunden. Bei stark saugenden Platten ein zweiter Auftrag nass-in-nass.

Häufige Fragen

Q01 Wie viel Imprägnierung brauche ich für meine Terrasse?

Der Verbrauch liegt bei etwa 50 bis 200 ml pro m², je nach Saugfähigkeit der Platten. Für 25 m² Terrasse rechnen Sie mit rund 1,5 bis 5 Litern. Stark saugende Beton- und Sandsteinplatten brauchen mehr als dichtes Feinsteinzeug.

Q02 Werden die Platten durch die Imprägnierung rutschig?

Nein. Eine Imprägnierung dringt in den Stein ein und bildet keinen glatten Film. Die Trittsicherheit bleibt erhalten. Glatt und rutschig werden Flächen eher durch filmbildende Versiegelungen oder durch Grünbelag, den die Imprägnierung gerade reduziert.

Q03 Verändert die Imprägnierung die Optik der Platten?

Unsere Imprägnierung ist nach dem Trocknen unsichtbar und verändert Farbe und Struktur nicht. Bei manchen Natursteinen kann ein leichter, gleichmäßiger Anfeuchtungseffekt auftreten. Testen Sie vorab an einer unauffälligen Platte.

Q04 Muss ich auch die Fugen imprägnieren?

Ja, das ist sogar besonders wichtig. Über die saugfähigen Fugen dringt der Großteil des Wassers ein. Wer die Fugen mitbehandelt, reduziert Frostschäden und Grünbelag deutlich. Bei glasierten Platten sind die Fugen oft die einzige sinnvoll behandelbare Stelle.

Q05 Wie lange hält die Imprägnierung auf Terrassenplatten?

Je nach Material und Beanspruchung etwa 3 bis 15 Jahre. Stark begangene und bewitterte Flächen halten kürzer als geschützte. Wenn Wasser nicht mehr abperlt, ist es Zeit für eine Auffrischung.

Q06 Funktioniert das auch auf glasiertem Feinsteinzeug?

Eine flächige Imprägnierung bringt auf glasiertem Feinsteinzeug wenig, weil die Oberfläche kaum saugt. Sinnvoll ist die Behandlung der saugfähigen Fugen. Bei unglasiertem Feinsteinzeug erleichtert die Imprägnierung dagegen die Reinigung spürbar.

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